Jablotron Firmware Update 2.10 & F-Link 3.0.11
Die JABLOTRON-Zentralen AJA-JA103K, AJA-JA-103K-7AH und AJA-JA107K erhalten mit der Firmware MD6112.10.17 ein umfassendes Update auf die neue Firmware-Reihe 2.10. Damit werden die Systeme an den aktuellen Entwicklungsstand der neuesten JABLOTRON-Zentralen angepasst. Gleichzeitig schafft die neue Firmware die Voraussetzungen für zukünftige Fern-Updates, verbessert die Cybersicherheit und sorgt für eine zuverlässigere Kommunikation.
Mit dem Wechsel auf die Firmware-Reihe 2.10 wird die Basis für zukünftige Weiterentwicklungen geschaffen. Das aktuelle Update muss noch einmal vor Ort durchgeführt werden. Bereits im Laufe dieses Jahres wird F-Link eine neue Möglichkeit bieten, Firmware-Updates bequem vom Büro aus durchzuführen.
Die wichtigsten Neuerungen und Verbesserungen
TCP-Verbindung zur Leitstelle über SIA DC-09
Neben der bisherigen Übertragung über UDP unterstützt die Zentrale jetzt auch die Ereignisübertragung über TCP mit dem Protokoll SIA DC-09. Dadurch können die Systeme direkt mit Leitstellen verbunden werden, die eine TCP-Verbindung voraussetzen.
Erhöhte Cybersicherheit
Jede Zentrale erhält eine eigene, eindeutige kryptografische Identität. Sowohl die Zentrale als auch die JABLOTRON-Cloud authentifizieren sich gegenseitig. Dadurch wird die Cloud-Kommunikation noch besser vor Manipulation und unbefugtem Abhören geschützt.
Zukunftssicher durch verbesserte Mobilfunkkommunikation
Die neue Firmware optimiert die Anmeldung im 4G-Netz und unterstützt Sprachanrufe über VoLTE. Dadurch ist die Zentrale schneller und zuverlässiger für Anrufe und den SMS-Versand bereit – auch mit Blick auf die zunehmende Abschaltung der 2G- und 3G-Netze.
Zusätzlich wird bei jedem Anruf protokolliert, ob die Verbindung über VoLTE hergestellt wurde oder ein Rückfall auf 2G bzw. 3G erfolgte. Das erleichtert die gezielte Fehlersuche bei Problemen mit bestimmten Mobilfunknetzen oder SIM-Karten.
Wichtige Fehlerkorrekturen
Die Firmware MD6112.10.17 behebt unter anderem folgende Fehler:
- Korrigierter SMS-Versand an Benutzer mit den Positionen 511 bis 600.
- Zuverlässigere Erkennung einer Kommunikationsstörung zur Leitstelle bei Ausfall der Datenverbindung.
- Verbesserter Schutz der SIM-Karte vor einer Sperrung durch eine falsch konfigurierte PIN.
- Behebung blockierter Bedienvorgänge in großen Anlagen mit zahlreichen Thermostaten und Bedienteilen.
- Fehlerkorrekturen beim Zugriff auf SD-Karten.
Weitere Funktionen und technische Verbesserungen
Sicherer Umgang mit dem Speicher der Zentrale
Nach dem Anschluss an einen PC wird der Speicher der Zentrale künftig erst nach einer entsprechenden Autorisierung oder im Servicemodus angezeigt – und ausschließlich schreibgeschützt. Dadurch werden versehentliche Änderungen oder Löschungen verhindert und das Dateisystem der SD-Karte besser vor Beschädigungen geschützt.
Konfigurationen, Texte und Sprachansagen können ausschließlich über F-Link auf die Zentrale übertragen werden.
Individuelle Meldung programmierbarer Ausgänge an die Leitstelle
Für jeden programmierbaren Ausgang (PG) kann der Errichter nun separat festlegen, ob Änderungen an die Leitstelle übermittelt werden sollen. So erhält die Leitstelle nur die tatsächlich benötigten Ereignismeldungen. Die Anzeige und Steuerung der PG-Ausgänge über die App bleiben weiterhin möglich.
Verbesserte Kommunikationsdiagnose
Die Zentrale überwacht kontinuierlich die Verbindungsqualität über LAN und GSM. Auf dieser Grundlage kann sie die standardmäßig verwendete Internetschnittstelle zuverlässiger auswählen und bei Bedarf wechseln.
Schnellere Fernkonfiguration
Einstellungsänderungen, die über die Cloud aus der Ferne vorgenommen werden, lassen sich schneller laden und speichern. Änderungen über die App oder F-Link werden unmittelbar gespeichert.
Auch der Wechsel in den Einstellungs- oder Servicemodus erfolgt schneller, da nicht mehr auf den Export einer bereits vorbereiteten Konfiguration gewartet werden muss.
Erweiterte Ferndiagnose
Detaillierte Diagnoseprotokolle zum Betrieb der Zentrale können nun auch aus der Ferne ausgelesen werden. Dadurch kann der technische Support ungewöhnliche Betriebszustände gezielter analysieren und Serviceeinsätze vor Ort reduzieren.
Modernisierte Systemsoftware
Ein aktualisiertes Betriebssystem und neue Kommunikationsbibliotheken bilden die technische Grundlage für einen zuverlässigeren Betrieb der Zentrale und zukünftige Weiterentwicklungen.
Neues Ereignis: Frostschutz
Die Zentrale kann ab sofort vor Frostgefahr warnen und entsprechende Meldungen an Benutzer und Leitstelle übermitteln. Das ist beispielsweise in Ferienhäusern, Kellerräumen oder Technikräumen hilfreich.
- CID-Code: 152
- SIA-Code: ZC/ZQ
Bisher wurde dieser Zustand als Panikalarm gemeldet.
Neues Ereignis: Busüberstrom
Bei einer Überlastung der Stromversorgung der Peripheriegeräte werden Techniker und Leitstelle unmittelbar informiert. Dadurch lässt sich die Ursache einer entsprechenden Störung schneller erkennen.
- CID-Code: 312
- SIA-Code: YI/YJ
Weitere Fehlerkorrekturen
Zusätzlich wurden folgende Probleme behoben:
- Zuverlässige Wiederaufnahme der Ereignisübertragung an die Leitstelle und die Cloud nach einem per SMS und Anruf gemeldeten Alarm in Mobilfunknetzen ohne VoLTE.
- Korrektes Abmelden der Zentrale vom Mobilfunknetz vor einem Neustart.
- Verbesserte Übermittlung von Kommunikationsstörungen und periodischen Tests des Ersatzübertragungswegs an die Leitstelle.
Wichtige Hinweise vor dem Firmware-Update
Damit das Update reibungslos durchgeführt werden kann, sollten folgende Punkte unbedingt beachtet werden.
1. Ausreichend Zeit für den Serviceeinsatz einplanen
Aufgrund des Generationswechsels dauert die Aktualisierung auf MD6112.10.17 einmalig etwa 15 bis 20 Minuten. Bei älteren Firmware-Versionen der Reihe 2.07.x kann der Vorgang noch länger dauern.
Verwenden Sie für das Update F-Link 3.0.11 oder eine neuere Version und berücksichtigen Sie den zusätzlichen Zeitaufwand bei der Einsatzplanung.
Die gute Nachricht: Zukünftige Firmware-Updates sollen nur noch etwa 3 Minuten in Anspruch nehmen.
2. Zentrale während des ersten Starts nicht ausschalten
Der erste Startvorgang nach dem Update kann bis zu 3 Minuten dauern. Während dieser Zeit wird der Speicher der Zentrale formatiert.
Wichtig: Schalten Sie die Zentrale während dieses Vorgangs keinesfalls aus.
Anschließend stellt F-Link die Konfiguration und die Sprachansagen wieder her. Lokale Protokolle, Sicherungen und gespeicherte Fotos in der Zentrale werden durch die Formatierung jedoch gelöscht.
3. Ereignisprotokoll vor dem Update sichern
Das Ereignisprotokoll wird nach dem Wechsel auf MD6112.10.17 nicht automatisch wiederhergestellt.
F-Link fordert Sie deshalb vor dem Update auf, das Ereignisprotokoll lokal zu speichern. Führen Sie diesen Schritt unbedingt durch, damit die vorhandenen Ereignisdaten erhalten bleiben.
4. Konfiguration sichern
Erstellen Sie vor jeder Aktualisierung eine Sicherung der aktuellen Anlagenkonfiguration in F-Link. So können Sie im Bedarfsfall auf den gesicherten Stand zurückgreifen.
5. Speicherzugriff nur noch über F-Link
Nach dem Anschluss der Zentrale an einen PC wird der Speicher erst nach einer Anmeldung mit Verwalterberechtigung oder im Servicemodus angezeigt. Der Zugriff erfolgt ausschließlich schreibgeschützt.
Übertragen Sie Konfigurationen, Texte und Sprachansagen ausschließlich mit einer aktuellen Version von F-Link.
6. Keine Leitstellenübertragung mehr über den Sprachkanal
Die Übertragung von Ereignissen an die Leitstelle über den Sprachkanal wird nicht mehr unterstützt. Dies betrifft folgende Protokolle:
- Contact ID SIA DC-05 (DTMF)
- SIA FSK
Anlagen, die diese Übertragungswege nutzen, müssen vor dem Firmware-Update auf eine IP-basierte Übertragung umgestellt werden. Unterstützt werden beispielsweise SIA DC-09 oder JabloIP.
7. Langsameres Aktualisierungsintervall der Versorgungswerte
Bei der Überwachung in F-Link werden die Versorgungs- und Buswerte, insbesondere Spannung und Strom, künftig etwa alle 40 Sekunden statt alle 5 Sekunden aktualisiert.
Berücksichtigen Sie dies bei der Messung der Stromaufnahme angeschlossener Peripheriegeräte, da sich Änderungen erst mit entsprechender Verzögerung in der Anzeige bemerkbar machen.